zenti in enzed
Montag, 25. August 2008
10.000 und weg
Eigentlich wollte ich ja einen Bericht zum 10000 km Jubiläum mit „The Beast“ schreiben, aber es kommt ja immer anders, als man denkt.
Am besten fange ich mit meiner „Geschichte“ vor drei Wochen an. Nachdem wir wunderschöne Skitage am Mt Hutt hatten, haben wir uns dazu entschieden noch ein paar Skitage in Wanaka einzulegen. Also sind wir über Dunedin und Queenstown nach Arrowtown gefahren, wobei wir auch die ersten 10000 km mit „The Beast“ überschritten hatten. Nach zwei sehr kalten Nächten (ca. –10°C) sind wir dann morgens Richtung Wanaka aufgebrochen, aber sehr weit sind wir nicht gekommen. Da wir wohl zu wenig Antifreezer im Kühlsystem hatten, ist durch eine Blockade der Motor überhitzt und ein Kühlschlauch geplatzt. Und da standen wir an einem Sonntagmorgen 10 km außerhalb von Arrowtown. Natürlich ist am Sonntagmorgen keiner erreichbar, selbst beim neuseeländischen ADAC (AA genannt) ging keiner ans Telefon. Zum Glück war unser Hostelbesitzer so nett und hat uns zum Hostel zurückgeschleppt. Was durchaus spannend war, da er anscheinend der Meinung ist „Immer mit Schwung“. So haben wir die 10 km mit Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h hinter uns gebracht, am Seil wohlgemerkt. Naja also eine weitere Nacht in Arrowtown.
Am darauffolgenden Montag, vor zwei Wochen, sind wir mit dem Bus nach Queenstown gefahren und haben einen neuen Ersatzschlauch und Antifreezer gekauft. Der Austausch und das Wiederauffüllen der Kühlflüssigkeit ging auch schnell von der Hand, aber leider ist unser Auto danach immer noch nicht gestartet. Naja kann ja passieren. Also sind wir zur örtlichen Werkstatt gegangen und haben einen Mechaniker gebeten mit zum Hostel zu kommen, um das mal zu checken. Der hat dann mit Hilfe einer zweiten Batterie geschafft unser Auto zu starten, aber leider hörte sich das Ganze nicht gut an. Also ab in die Werkstatt und das Auto mal überprüfen. Die Herren dort waren sich ganz schnell einig, dass etwas mit der Kopfdichtung und dem Zylinderkopf nicht in Ordnung ist. Aber sie waren der Meinung, dass sie es in maximal zwei Wochen hinkriegen. Nachdem wir ihnen den Auftrag am Dienstag dafür erteilt hatten, haben sie es am Donnerstag endlich geschafft, den Zylinderkopf auszubauen und zum Checken und zum Reparieren einzuschicken. Also sind wir letzte Woche Montag hin und wollten unser Auto abholen. Haha. Der Chefmechaniker hat uns dann erklärt, dass die andere Werkstatt gesagt hat, dass unser Zylinderkopf nicht mehr brauchbar ist, sie jedoch nach einem neuen Gebrauchten suchen. Daraufhin haben wir ihm, wie an jedem weiteren Tag der folgenden Woche erklärt, dass wir zurück nach Wellington müssen und das so schnell wie möglich. Aber wir bekamen immer nur zur Antwort, dass sie auf der Suche nach einem anderen sind und wir weiter warten müssen.
Wir haben uns gedacht, man soll die Hoffnung nicht aufgeben und was kann einem Schlimmeres passieren als zwei Wochen in den Southern Alps in der Nähe von Queenstown zu verbringen. Also haben wir die Tage mit Ausflügen nach Queenstown, Wanderungen (auch im Tiefschnee), Joggen, Buch lesen, Olympia schauen und Backen verbracht, wobei wir das Skifahren auf Grund der hohen Kosten haben ausfallen lassen. Heute ist nun wieder Montag und unser Auto ist seit zwei Wochen in der Werkstatt. Also mal wieder sehen, was sich getan hat. Der Chefmechaniker hat uns mal wieder erklärt, dass sie keinen passenden Zylinderkopf gefunden haben, da es so ein seltenes Motorenmodel ist. Hmm. Also es ist ein Toyota Liteace mit einem 1,5 l Motor und wir sehen hier fast täglich welche rumfahren. Sprich, wir haben verlangt mit dem Chef zu reden, um endlich eine Lösung zu finden. Dieser hatte dann in diesem Moment plötzlich einen Lichtblick und hatte noch eine Nummer von einem Teilehändler in Auckland gefunden. Und wie der Zufall es so will, hat dieser „vermutlich“ auch einen passenden Zylinderkopf. Wobei „vermutlich“ so zu verstehen ist, dass sie sich immer noch nicht sicher sind, ob es der Richtige ist. Dann sagte der Chef noch, falls es der Richtige ist, würde es immer noch ein bis zwei Wochen dauern, bis unser Auto endlich heil ist. Von den Kosten gar nicht gesprochen. Unser Vertrauen, wie ihr euch denken könnt, war auch nicht mehr so sehr groß. Also haben wir uns heute entschlossen „The Beast“ zu verschrotten und mit einem Mietwagen nach Wellington zu fahren. Vielleicht kommen wir ja auch erst mal ohne Auto aus.
Was uns aber von „The Beast“ bleiben wird, sind die schönen Momente wie am Ninty Mile Beach, der Sturm am Eastcape, im Schnee am Mt Hutt und die vielen wunderschönen Kilometer auf beiden Inseln.
Also nicht groß Trauern, das Leben geht weiter und jetzt kommen ja bald Frühling und Sommer. Vielleicht wird das nächste Gefährt auch ein Motorrad .... ;-)
Ich muss Anja bloß noch überzeugen.

Grüße aus Arrowtown.

P.S. Falls es in dieser Geschichte so rüber kommt, dass wir die Werkstatt nicht weiterempfehlen können, dann habt ihr die Moral der Geschichte erfasst. ;-)

Permalink (1 Kommentar)   Kommentieren



Freitag, 8. August 2008
Mt Hutt - ohne Worte








Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren