zenti in enzed
Sonntag, 21. Dezember 2008
Sommeranfang, vierter Advent ???
Für alle, die es noch nicht wissen, ja wir leben noch. Ich muss ja zugeben, dass ich die letzte Zeit etwas faul war und das Schreiben etwas vernachlässigt habe. Aber heute ist Sonntag und da sollte man nicht nur faulenzen. Darum hier ein paar News von der südlichen Halbkugel.
Wie die Überschrift es schon sagt, ist heute Sommeranfang und gleichzeitig der vierte Advent. Wie ihr euch denken könnt ist uns noch gar nicht nach Weihnachten. Obwohl die Geschäfte nach X-Mas aussehen und es schon eine Santa-Parade im November gab, kommt das „Feeling“ bei 20-25 Grad und Sonnenbrandgefahr nicht so richtig rüber. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, das wir in Wellington leben und damit der Wind und auch der Regen immer dazu gehören.
Aber was ist die letzten Wochen bzw. Monate so alles passiert? Nachdem ich zwei oder drei Wochen in Berufsleben eingetaucht war, hab ich auch erst mal zwei Wochen Urlaub beantragt, da ja Besuch aus Deutschland anstand. War auch alles kein Problem und so ging es dann zu fünft bzw. die zweite Woche zu sechst in einem Wohnmobil über die Nord- und Südinsel, was sehr anstrengend (sehr viele km), aber auch sehr schön war, da wir uns riesig gefreut haben, mal wieder bekannte Gesichter aus Deutschland zu sehen und natürlich auch viel erlebt haben. Hier mal nur ein paar Stichpunkte: Delphine, Pinguine, heiße Quellen, Vulkane, Kajaken und Baden im Abel Tasman National Park, Gletscher, Minusgrade und Schneefall in Queenstown, Milford Sound und vieles mehr.
Wie ihr euch denken könnt sind die zwei Wochen wie im Fluge vergangen und der Alltag in Wellington hat uns schnell wieder eingeholt. Auf Arbeit ging es hauptsächlich darum das bestehende Netz am Laufen zu halten und weiter auszubauen. In der letzten Zeit haben wir meistens an einem Projekt für eine Firma gearbeitet, welche in ganz NZ über 300 Farmen besitzt, die mit Telefonen und Internet versorgt werden sollen. So hab ich schon zwei Wochen in Taupo verbracht, um dort ein paar Farmen anzuschließen oder war mal ein, zwei Tage nördlich von Napier unterwegs, um zu schauen, was wir da so machen können. Dies ist oft auch der angenehme Teil der Arbeit, weil ich dann mit dem firmeneigenen Geländewagen irgendwo auf abgelegen Pfaden unterwegs bin, um Farmen oder Berge zu besichtigen. Obwohl ich letztens in Napier den falschen Schlüssel dabei hatte und somit die letzten 3-4 km bergauf zum Turm laufen durfte. Aber was gibt es Schlimmeres als in fast unberührter Natur unterwegs zu sein?
Ansonsten vergehen die Wochen hier wie im Fluge, wobei wir die Wochenenden mit Stadionbesuchen (Fußball), Mountainbiken, Shoppen, BBQs, Ausschlafen und Faulenzen verbringen. So ist auch schon die Weihnachtszeit unbemerkt herangerückt und wir verbringen viel Zeit mit dem Planen unser zukünftigen Reisen. Wir haben vor, das lange Weihnachtswochenende für das Tongariro Crossing zu nutzen und über Silvester werden wir wohl den Whanganui River mit einem Kajak runterfahren. Den Januar müssen wir noch arbeiten, im Februar geht’s dann mit einem Wohnmobil über die Südinsel, im März ist ein Aufenthalt in Sydney und auf Samoa geplant und im April geht es auch schon wieder zurück nach Deutschland (mit Stopover in San Francisco ;-)). Dann ist ein Jahr schon wieder rum, aber noch liegen ja ein paar spannende Monate vor uns.
Ansonsten geht es uns gut hier Wellington, wobei wir letzte Woche anscheinend unseren Glückstag hatten. Ich hab immerhin eine Sonnenbrille bei einem Großhändler gewonnen und Anja hat ja gleich so richtig beim örtlichen Supermarkt abgeräumt, so dass wir in unserer Zeit in Wellington kein Geld mehr für Lebensmittel ausgeben brauchen und auch mal das teure deutsche Bier genießen können (jipiihhhh).

Das soll es auch gewesen sein und wie singt man hier so schön im Stadion:

„Oh Wellington is wonderful. We’ve got the wind, the rain and the Phoenix. Oh Wellington is wonderful …“



Kajaken im Abel Tasman National Park


wieder mal ein lustiges Schild


Mitre Peak im Milford Sound

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Sonntag, 21. September 2008
Wellington
Ja es ist mal wieder Zeit etwas zu schreiben. Wie ihr ja vielleicht schon wisst, sind wir mittlerweile in Wellington angekommen. Genau genommen sind wir schon drei Wochen hier. Die erste Woche mussten wir noch im Hostel verbringen, da wir nicht gleich in unsere Wohnung einziehen konnten. Aber mittlerweile fühlen wir uns hier ganz wohl. Wir wohnen in der siebten Etage und somit ganz oben. Was den Vorteil hat, dass wir einen herrlichen Blick auf Wellington haben. Unsere Wohnung ist auch sehr zentral gelegen, so dass wir alles (Zentrum, Supermärkte, Kino, etc) zu Fuß erreichen können.
Auch zur Arbeit haben wir es nicht weit. Anja braucht circa 10 min und ich werde morgen das erste Mal testen, wie lang ich brauche (vermutlich 5min). Ja morgen geht es wieder los mit dem Arbeitsleben, ich freu mich schon riesig drauf ;-). Aber irgendwie muss die Reisekasse ja wieder aufgefüllt werden. Ich bin bei einem Provider angestellt, wobei ich wohl hauptsächlich für Site Survey, Instandhaltung und Überwachung des Netzes im Raum Wellington zuständig bin. Hört sich auf alle Fälle spannend an.
Ansonsten haben wir uns die letzte Zeit Wellington und Umgebung angeschaut, wie zum Beispiel Wanderung zu einer Seehund-Kolonie oder Besuch im Te Papa. Letzten Sonntag hatten wir dann auch noch ein besonderes Erlebnis. Als wir gemütlich abends vor dem Fernseher saßen, fing auf einmal das Haus für circa 4 s an zu wackeln. Unsere Mitbewohner schienen es gar nicht zu registrieren, erst beim zweiten Wackler bemerkten sie „Oh that was a good one“. In den Nachrichten war es auch kein großes Thema, lediglich eine Randnotiz informierte uns über ein Beben der Stärke 5.1 mit dem Zentrum nahe Whanganui. Naja vielleicht war es doch keine gute Idee in den siebten Stock zu ziehen. :-)

Grüße aus Wellington

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Montag, 25. August 2008
10.000 und weg
Eigentlich wollte ich ja einen Bericht zum 10000 km Jubiläum mit „The Beast“ schreiben, aber es kommt ja immer anders, als man denkt.
Am besten fange ich mit meiner „Geschichte“ vor drei Wochen an. Nachdem wir wunderschöne Skitage am Mt Hutt hatten, haben wir uns dazu entschieden noch ein paar Skitage in Wanaka einzulegen. Also sind wir über Dunedin und Queenstown nach Arrowtown gefahren, wobei wir auch die ersten 10000 km mit „The Beast“ überschritten hatten. Nach zwei sehr kalten Nächten (ca. –10°C) sind wir dann morgens Richtung Wanaka aufgebrochen, aber sehr weit sind wir nicht gekommen. Da wir wohl zu wenig Antifreezer im Kühlsystem hatten, ist durch eine Blockade der Motor überhitzt und ein Kühlschlauch geplatzt. Und da standen wir an einem Sonntagmorgen 10 km außerhalb von Arrowtown. Natürlich ist am Sonntagmorgen keiner erreichbar, selbst beim neuseeländischen ADAC (AA genannt) ging keiner ans Telefon. Zum Glück war unser Hostelbesitzer so nett und hat uns zum Hostel zurückgeschleppt. Was durchaus spannend war, da er anscheinend der Meinung ist „Immer mit Schwung“. So haben wir die 10 km mit Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h hinter uns gebracht, am Seil wohlgemerkt. Naja also eine weitere Nacht in Arrowtown.
Am darauffolgenden Montag, vor zwei Wochen, sind wir mit dem Bus nach Queenstown gefahren und haben einen neuen Ersatzschlauch und Antifreezer gekauft. Der Austausch und das Wiederauffüllen der Kühlflüssigkeit ging auch schnell von der Hand, aber leider ist unser Auto danach immer noch nicht gestartet. Naja kann ja passieren. Also sind wir zur örtlichen Werkstatt gegangen und haben einen Mechaniker gebeten mit zum Hostel zu kommen, um das mal zu checken. Der hat dann mit Hilfe einer zweiten Batterie geschafft unser Auto zu starten, aber leider hörte sich das Ganze nicht gut an. Also ab in die Werkstatt und das Auto mal überprüfen. Die Herren dort waren sich ganz schnell einig, dass etwas mit der Kopfdichtung und dem Zylinderkopf nicht in Ordnung ist. Aber sie waren der Meinung, dass sie es in maximal zwei Wochen hinkriegen. Nachdem wir ihnen den Auftrag am Dienstag dafür erteilt hatten, haben sie es am Donnerstag endlich geschafft, den Zylinderkopf auszubauen und zum Checken und zum Reparieren einzuschicken. Also sind wir letzte Woche Montag hin und wollten unser Auto abholen. Haha. Der Chefmechaniker hat uns dann erklärt, dass die andere Werkstatt gesagt hat, dass unser Zylinderkopf nicht mehr brauchbar ist, sie jedoch nach einem neuen Gebrauchten suchen. Daraufhin haben wir ihm, wie an jedem weiteren Tag der folgenden Woche erklärt, dass wir zurück nach Wellington müssen und das so schnell wie möglich. Aber wir bekamen immer nur zur Antwort, dass sie auf der Suche nach einem anderen sind und wir weiter warten müssen.
Wir haben uns gedacht, man soll die Hoffnung nicht aufgeben und was kann einem Schlimmeres passieren als zwei Wochen in den Southern Alps in der Nähe von Queenstown zu verbringen. Also haben wir die Tage mit Ausflügen nach Queenstown, Wanderungen (auch im Tiefschnee), Joggen, Buch lesen, Olympia schauen und Backen verbracht, wobei wir das Skifahren auf Grund der hohen Kosten haben ausfallen lassen. Heute ist nun wieder Montag und unser Auto ist seit zwei Wochen in der Werkstatt. Also mal wieder sehen, was sich getan hat. Der Chefmechaniker hat uns mal wieder erklärt, dass sie keinen passenden Zylinderkopf gefunden haben, da es so ein seltenes Motorenmodel ist. Hmm. Also es ist ein Toyota Liteace mit einem 1,5 l Motor und wir sehen hier fast täglich welche rumfahren. Sprich, wir haben verlangt mit dem Chef zu reden, um endlich eine Lösung zu finden. Dieser hatte dann in diesem Moment plötzlich einen Lichtblick und hatte noch eine Nummer von einem Teilehändler in Auckland gefunden. Und wie der Zufall es so will, hat dieser „vermutlich“ auch einen passenden Zylinderkopf. Wobei „vermutlich“ so zu verstehen ist, dass sie sich immer noch nicht sicher sind, ob es der Richtige ist. Dann sagte der Chef noch, falls es der Richtige ist, würde es immer noch ein bis zwei Wochen dauern, bis unser Auto endlich heil ist. Von den Kosten gar nicht gesprochen. Unser Vertrauen, wie ihr euch denken könnt, war auch nicht mehr so sehr groß. Also haben wir uns heute entschlossen „The Beast“ zu verschrotten und mit einem Mietwagen nach Wellington zu fahren. Vielleicht kommen wir ja auch erst mal ohne Auto aus.
Was uns aber von „The Beast“ bleiben wird, sind die schönen Momente wie am Ninty Mile Beach, der Sturm am Eastcape, im Schnee am Mt Hutt und die vielen wunderschönen Kilometer auf beiden Inseln.
Also nicht groß Trauern, das Leben geht weiter und jetzt kommen ja bald Frühling und Sommer. Vielleicht wird das nächste Gefährt auch ein Motorrad .... ;-)
Ich muss Anja bloß noch überzeugen.

Grüße aus Arrowtown.

P.S. Falls es in dieser Geschichte so rüber kommt, dass wir die Werkstatt nicht weiterempfehlen können, dann habt ihr die Moral der Geschichte erfasst. ;-)

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